Darf´s ein bisschen komplizierter sein?

Jeder von uns spürt, dass das tägliche Leben in den letzten Jahrzehnte immer komplexer geworden ist. Das Labor macht hier natürlich keine Ausnahme. Die Vielzahl an Gesetzen und Verordnungen mit ständigen Änderungen und Ergänzungen ist nur mehr schwer zu durchschauen, dazu kommen - zumindest im Auftragslabor - noch zahlreiche "Sonderwünsche" wichtiger Kunden.

Dementsprechend ist das LIMS (Laborinformationssystem) als oft wichtigstes Informationssystem im Labor ebenfalls stark von der zunehmenden Komplexität betroffen. Doch wie soll man als LIMS-Entwickler mit dieser Situation umgehen? Zwischen den Anbietern von Laborinformationssystemen gibt es hier durchaus unterschiedliche Ansätze. Manche versuchen, die gesamte Komplexität in ihrem LIMS abzubilden, was einerseits sehr hilfreich ist, andererseits aber das Erlernen des Umgangs für neue Mitarbeiter aufwändig macht und auch "alte Hasen" oft an ihre Grenzen führt.

Andere Anbieter steht auf dem Standpunkt, dass ihr Laborinformationssystem möglichst einfach zu bedienen sein muss und versuchen daher, komplizierte und nur unregelmäßige Situationen vom LIMS fernzuhalten. Natürlich muss die Situation aber trotzdem im Labor behandelt werden, daher müssen dann diese Fälle außerhalb des LIMS z.B. über eigene Excel-Dateien für jeden Einzelfall oder gar "per Hand" umgesetzt werden.

Wir bei ATS sehen diese Frage eher pragmatisch und lassen den Kunden entscheiden, wie viel Komplexität er in unserem LIMS "uniLIME" abgebildet haben möchte. Natürlich stehen wir gerne beratend zur Seite, beispielsweise wenn es um komplizierte, aber sehr seltene Sachverhalte geht. Letztendlich entscheidet aber der Kunde, ob er den Sonderfall in uniLIME abgedeckt haben möchte oder nicht.

Bei der Umsetzung solcher spezieller Anforderungen gibt es im übrigen mehrere Varianten. Beispielsweise könnte der LIMS-Anbieter einen großen "Werkzeugkasten" für viele denkbare Spezialfälle zur Verfügung stellen, wo der Anwender dann einfach das geeignete Modul aufruft. Oder der Hersteller hat einfach eine Schnittstelle eingerichtet, über diese der LIMS-Anwender selbst geschriebenen Programmcode aufrufen kann, um komplizierte Anforderungen durchzuführen. Natürlich ist dies für den "durchschnittlichen" LIMS-Anwender meist zu aufwändig, diese Variante kommt daher nur für Anwender mit guten Programmierkenntnissen in Frage oder wird überhaupt an Dritte (z.B. externe LIMS-Berater) ausgelagert. Last not least besteht natürlich auch die Möglichkeit, die komplexen Abläufe einfach beim LIMS-Hersteller programmieren und in das im Labor eingesetzte Laborinformationssystem zu integrieren zu lassen. Diese Variante kommt bei uniLIME meist zum Einsatz, mehr zu diesem Thema findet sich auch in einem früheren Beitrag.

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